Krankheiten

Geflügel-Haltung macht viel Freude, wenn die Tiere gesund sind. Es ist daher alles zu unternehmen, um die Tiere in bestem Zustand zu erhalten, nach dem grundsätzlichen Motto: "Vorbeugen ist besser als heilen".

 

Gesundheitsstörungen können durch zahlreiche Faktoren unterschiedlichster Art verursacht werden, wie z.B. Fehler in der Haltungs- und Fütterungshygiene, Stresssituationen und spezielle Krankheitserreger. Viele dieser Ursachen lassen sich durch optimale Haltung und Fütterung weitgehend ausschließen. Als spezifische Krankheitserreger kommen in erster Linie Parasiten, Bakterien und Viren in Frage. Die wichtigsten Krankheiten sollen im folgenden kurz besprochen werden:


Kokzidiose

Die Erreger dieser Krankheit sind einzellige Parasiten - Kokzidien -, die zu schweren Darmerkrankungen und hohem Verlustrisiko führen können. Ihre Entwicklung ist sehr kompliziert und verläuft sowohl innerhalb als auch außerhalb des Wirtstieres. An Kokzidiose erkrankte Tiere scheiden Dauerformen, sogenannte Oozysten aus. Werden diese infektionsfähigen Oozysten nach einer mehrtägigen Entwicklungszeit im Boden von einem neuen Tier aufgenommen, kommt es in dessen Darm zu einer explosionsartigen Vermehrung der Parasiten und in der Folge zu schweren Darmentzündungen, Durchfällen und Abmagerung der Tiere. Darüber hinaus hat die Kokzidiose Auswirkungen auf das äußere Erscheinungsbild der Tiere.

 

Vorbeugend kann das Futter für die verschiedenen Geflügelarten in der Aufzucht der Jungtiere ein Antikokzidium enthalten. Derart ergänztes Futter kann bis eine Woche vor der Schlachtung bei der Mast von Junggeflügel gefüttert werden. An Kokzidiose erkranktes Geflügel ist in Zusammenarbeit mit einem Geflügelfachtierarzt zu behandeln.


Würmer

Hühner können von einer Reihe von Würmern befallen werden, deren Bedeutung für den Gesundheitszustand der Tiere recht unterschiedlich ist. Die Aufnahme dieser Parasiten erfolgt aus der Umgebung des Tieres, insbesondere bei Auslaufhaltung sowie unhygienischer Stallhaltung. Je weniger Geflügel in Kontakt mit dem eigenen Kot kommt, umso weniger ist Wurmbefall zu befürchten. Zur Behandlung gibt es verschiedene Präparate, die in engem Kontakt mit einem Geflügelfachtierarzt zum Einsatz kommen sollten. Auf die jeweils vorgeschriebenen Wartezeiten ist zwingend zu achten.


Atemwegserkrankungen

Ein gesundes Atemsystem zur Sauerstoffversorgung des Organismus ist für Geflügel lebensnotwendig. Der Atemtrakt ist bei allen Geflügelarten hoch entwickelt und hat seine besondere Bedeutung in Zusammenhang mit der Flugfähigkeit von Geflügel.

 

Die hohe Leistungsfähigkeit des Atemtraktes macht das Geflügel jedoch anfällig für mancherlei Krankheiten. Es sind dies z.B. der ansteckende Hühnerschnupfen Coryza, die CRD (Chronic Respiratoric Desease), der weite Bereich der infektiösen Bronchitis (IB) sowie die infektiöse Laryngotracheitis (ILT). Erkrankungen des Atemtraktes werden durch ungünstige Haltungs- und insbesondere Klimabedingungen im Stall begünstigt.

 

Vor Erkrankungen durch Viren kann das Geflügel nur durch Impfungen geschützt werden. Es sind die gesetzlich vorgeschriebenen Impfungen durchzuführen, zusätzlich ist mit einem Fachmann/Fachfrau ein auf die jeweilige Situation abgestimmtes Impfprogramm zu erstellen.

 

Bakterielle Krankheiten können durch gezielte Antibiotikabehandlung therapiert werden.

 

Atemwegserkrankungen werden allgemein begünstigt durch schlechtes Stallklima unter ungünstigen Haltungsbedingungen, wie z.B. hohe Luftfeuchtigkeit, zu hoher Ammoniakgehalt der Luft und extreme Temperaturschwankungen. Deshalb sind dauernder Luftaustausch im Stall und die Vermeidung von Zugluft und zu hohen Temperaturschwankungen (Tag/Nacht) besonders wichtig.


Geflügelpest

Die klassische Geflügelpest ist eine anzeigepflichtige, durch Viren verursachte hochansteckende Krankheit. Sie ist jedoch seit langer Zeit in Deutschland nicht mehr aufgetreten und hat eine untergeordnete Bedeutung. Größere Bedeutung kommt der Atypischen Geflügelpest (Newcastle-Krankheit) zu, die sich in einer Störung des Allgemeinbefindens, Atembeschwerden, mangelhaftem Appetit, Durchfall und blauroter Verfärbung von Kamm und Kehllappen äußert. Die Legetätigkeit bei legendem Geflügel erlischt sehr schnell, noch gelegte Eier sind häufig dünnschalig (Windeier). Die Krankheit verläuft meistens schleichend. Ein Schutz durch Impfung ist gut möglich und in Zusammenarbeit mit dem Tierarzt regelmäßig durchzuführen (Trinkwasserimpfung, benötigt keinen großen Zeitaufwand).


Mareksche Krankheit

Diese Krankheit wird durch ein Herpes-Virus ausgelöst und erzeugt typische Lähmungserscheinungen, dadurch auch Mareksche Hühnerlähmung genannt. Das infektiöse Virus wird durch Staub, Haut- und Federteile übertragen. Um hohe Verluste durch diese unheilbare Viruskrankheit zu vermeiden, empfiehlt sich als dauerhafter Schutz eine Impfung, die bei den Küken in den ersten 24 Stunden nach dem Schlupf durchgeführt werden muss.

 

Neben der artgerechten Haltung ist die stabile Gesundheit des Geflügelbestandes durch fachgerecht durchgeführte Impfungen zu unterstützen. Sollten die Tiere dennoch erkranken, ist stets der Rat eines erfahrenden Geflügelfachtierarztes einzuholen

 

 

 

 

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