Rassenbeschreibung

Legehühner

Legehühner haben eine wechselvolle Entwicklung durchlaufen. Über Jahrzehnte bestimmten Geflügelzuchtvereine und Geflügelclubs das Zuchtgeschehen, bis ca. 1950. Dann begann die Phase der Einfuhr amerikanischer Hybridhühner. Folge war die Verdrängung einheimischer Wirtschaftsrassen: Deutsche Weiße Leghorn, Rebhuhnfarbige Italiener, Schwarze und Rebhuhnfarbige Rheinländer, Rhodeländer u.a. Die Vielfalt der Rassen und Züchtungen kann man auch heute noch erleben, wenn man Rassegeflügelschauen auf Kreis-, Landes- oder Bundesebene besucht.

 

Das Verständnis für Zuchtformen, Aussehen, Farbe und Körpergröße wird erleichtert, wenn man die Zuchttypen verschiedenen Ursprüngen und Abstammungen zuordnet. Obwohl nicht völlig geklärt, geht man davon aus, dass die Haushuhnrassen von den Dschungelhühnern in Indien, China und auf den Malaiischen Inseln abzuleiten sind. Nach der Rassenbeschreibung sind zu unterscheiden:

 

 

 

Kampfhühner

Malaien-Kämpfer, Indische Kämpfer, Belgische Kämpfer, Orloffs, Kraienköppe, u.a.

 

 

Rassen des asiatischen Typs

Cochin, Brahma, Langschan, Orpington, Plymouth-Rocks, Sussex, Lachshühner, Wyandotten u.a.

 

 

Zwischentyp-Rassen

Araucana, Dorking, Nackthälse, Altsteirer u.a.

 

 

Mittelmeer-Rassen

Kastilianer, Spanier, Minorka, Italiener, Leghorn

 

 

Haubenhühner

Paduaner, Holländer Haubenhühner, Houdan, Créve-Coeur u.a.

 

 

Zwerghühner

Ihre Kleinwüchsigkeit ist in ihren Erbanlagen verankert. Sie benötigen weniger Stall- und Auslauffläche und auch weniger Futter als große Hühner. Systematisch lassen sich die Zwerghühner in einer Reihe von Rassen der eigentlichen Zwerghühner und in sogenannte verzwergte Rassen unterteilen. Letztere umfassen weitgehend die verkleinerte Form aller großen Hühnerrassen und deren Farbenschläge.

 

 

Masthühner

Nach den Legehennen stellen Masthühner einen sehr bedeutsamen Wirtschaftsfaktor dar. Wie bei Puten, steht das Fleisch als bekömmliche, zarte und preiswerte Kost hoch im Kurs. Schon früh haben sich bekannte, auch heute noch vorhandene Rassen einen ausgezeichneten Ruf als Lieferanten delikaten Fleisches erworben. Als renommierte Vertreter sind zu nennen:

 

• Deutsche Lachshühner

• Sulmtaler

• Niederrheiner

• Orpington

 

 

 

Puten

Puten, auch Truthühner genannt, galten früher als Besonderheit und standen im Ruf großer Empfindlichkeit. Die Tierverluste konnten hoch sein. Die früheren Probleme sind heute überwunden, dank besserer Fütterung und Haltung. Dennoch sollten nur erfahrene Züchter Putenküken aufziehen. Einfacher ist es, Jungputen im Alter von 5 - 8 Wochen zu kaufen.

 

Die heutigen Putenherkünfte, die zur marktorientierten Mast bestimmt sind, stammen aus Hybridzuchtunternehmen in USA und England. Vorherrschend sind schwere Züchtungen. Mittelschwere Puten werden im Spätsommer zur Schlachtung im Herbst und zu Weihnachten aufgestallt. Freilandputen erlangen hier und dort Bedeutung, wenn mit der Vermarktung eine gewisse Exklusivität verbunden werden soll. Während bei Stallmast ausschließlich weiße Puten Verwendung finden, werden bei Freilandhaltung bronzefarbene Züchtungen bevorzugt, z.B. aus Frankreich und England.

 

Zwischen den Anfängen der häuslichen Putenhaltung und der gegenwärtigen Hybridzucht liegen fünf Jahrhunderte. Um 1500 gelangte die Pute aus dem südlichen Amerika nach Europa. Von 1600 - 1850 nahmen Siedler aus Europa Puten nach Nordamerika mit. 1930 - 1960 fanden amerikanische Hybridputen den Weg zurück nach Europa und trugen entscheidend dazu bei, leistungsstarke Putenmastbetriebe aufzubauen.

 

 

In der Rassegeflügelzucht gibt es sehr unterschiedliche Putenzüchtungen:

Schwere Puten
(6-15 kg)
 
  Mittelschwere Puten
(5-12 kg)
 
  Leichtere Puten
(4-8 kg)
 
Bronzefarbig    Rotflügel    Blau 
Schwarzflügel    Schwarz    Rot 
Weiss    Bourbon    Gelb 
        Kupfer u. Cröllwitzer 


Gänse

Gänse zeigen ein ausgeprägtes Individualverhalten und sind bei robuster Gesundheit hervorragend an die Außenklimahaltung angepasst. Dabei vertragen sie heiße Temperaturen weniger gut. Für die ausschließliche Stallhaltung sind Gänse nicht geschaffen. Soweit bekannt, haben in Deutschland lediglich zwei Zuchtbücher bestanden:

 

• bis ca. 1970 das Rheinische Gänseherdbuch

• der Diepholzer Herdbuchverein zur Zucht der Diepholzer Gans.

 

Nach Aufgabe der Zucht der Rheinischen Vielleger-Gans sind Zuchttiere im besonderen nach Frankreich, Italien und Ungarn verkauft worden. Hier werden sie heute noch in mehr oder minder geschlossener Zucht zwecks Erhalt der typischen Rassemerkmale geführt. Bei den Gänsen ist nach Rassen, mehr noch nach Landschlägen, Körpergewicht und Größe sowie nach Gefiederfarbe und Nutzungsrichtung zu unterscheiden. Eine Auswahl bekannter Rassen zeigt die folgende Übersicht:

 

    Gewicht
in Kg
 
  Legeleistung
Eier
 
  Gefiederfarbe 
Emdener Gans    10 - 12    30 -40    weiss 
Toulouser Gans    8 - 10    30 - 40    grau 
Pommersche Gans    7 - 9    20 - 25    weiss, grau, grau-weiss gescheckt 
Diepholzer Gans    5 - 7    40 - 50    weiss 
Deutsche Legegans    5 - 6    50 - 60    weiss 
Höckergans    4 - 6    30 - 40    grau, weiss 

Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer Rassen und Farbschläge, wie z.B. Celler Gans, Lippe Gans, Lockengans, Steinbacher Kampfgans, Tschechische Gans, Russische Gans, Elsässer Gans.

 

 

Enten

Enten sind in einfacher Form nach Nutzungsrichtungen einzuordnen. Unter den Hausenten unterscheidet man:

 

• Legeenten

• Mastenten

• Enten des Zweinutzungstyps

• Zierenten

 

Zur Gruppe der Legeenten zählen die aus Indien stammende Laufente und die Campbell-Ente. Mast- und Fleischenten sind am stärksten verbreitet. Hier sind zu nennen:

 

• Pekingente (Deutsche und Amerikanische)

• Rouenente

• Aylesburyente

• Cayugaente

• Sachsenente

• Warzenenten (Moschusente, Barbari-Ente)

 

Zwischen den beiden Gruppen rangieren Kombinationstypen, die bei ansprechender Legeleistung auch noch einen ansehnlichen Fleischertrag erbringen. In diese Gruppe fallen z.B. Orpington-Enten, Pommernenten, Landenten (mit Haube), Hoch-Brutflugenten.

 

Zu den bekanntesten Zierenten sind Mandarinenten, Brautenten, Bahamaenten, Pfeifenten, Spießenten und Stockenten zu rechnen. Die Haltung ist an Teiche gebunden.

 

 

Perlhühner

Das Perlhuhn, von kugeliger Form, in verschiedenen Grau- und Blautönen und mit hellen Tupfern im Gefieder, laut und unruhig im Verhalten, gehörte früher zum selbstverständlichen Geflügelbestand auf Höfen. Da Perlhühner gern weitläufig umherziehen, nannte man sie auch Zigeunerhühner.

 

Die Heimat des Perlhuhns ist Afrika. Deshalb heißt es auch Numidenhuhn. Kennzeichnend ist der Kopfhelm. Perlhühner können graues, schwarzes und weißes Gefieder haben. Eine Besonderheit sind isabellfarbene Perlhühner. Nach Zuchtformen sind zu unterscheiden:

 

• Helm-Perlhühner

• Hauben-Perlhühner

• Pinsel-Perlhühner

• Geier-Perlhühner

• Königs-Perlhühner

 

Zur Fleischnutzung werden auf Mastfähigkeit und Muskelfülle selektierte Hybridherkünfte aus Frankreich und Italien verwandt.

 

 

Wildgeflügel - Sondergeflügel

In diesem Bereich findet sich ein exklusives Betätigungsfeld für Spezialisten. Vorrangig geht es um Fasanen, Rebhühner, Steinhühner, Wachteln und Pfauen. Die Zuchtbedingungen sind relativ schwierig, spezielle Kenntnisse und Erfahrungen sind gefragt. Wirtschaftlicher Erfolg ist nicht immer das Motiv, dafür mehr Passion.

 

Bekannt sind besonders Pfauen und Fasane, die sich wegen ihres auffallend schönen Federkleides bei vielen Züchtern großer Beliebtheit erfreuen.

 

 

Rebhühner

Da sie in der freien Feldflur nur noch selten anzutreffen sind, sehen Geflügelzüchter einen besonderen Sinn darin, einzelne Stämme und kleine Gruppen in bewachsenen, Deckung bietenden Volieren zu halten. Beispiele, auch größerer Art, kennt man aus Frankreich und Dänemark, nicht allein aus Motiven einer arterhaltenden Zielsetzung. Der Verkauf an Liebhaber bietet häufig Anreiz für die Haltung aber auch die Vermarktung von Schlachttieren.

 

Steinhühner sind größer als Rebhühner, gelten in den USA unter der Bezeichnung Chukar Partridge als domestiziert. Zuchtstämme sind als Paare in Volieren relativ einfach zu halten. Schnabel und Ständer sind rot gefärbt, das Gefieder ist grau-weiß gestreift.

 

 

Wachteln

Wachteln stellen wohl die kleinste Geflügelart dar, die aus Liebhaberei, jedoch auch zur wirtschaftlichen Nutzung gehalten wird. Obwohl nur 120 - 200 g schwer, können Wachteln ein Vielfaches ihres Körpergewichtes in Form von Eimasse leisten. Eine Wachtelhenne bringt in 9 - 10 Legemonaten 180 - 200 Eier mit einem Durchschnittsgewicht von 10 - 13 g.

 

Die Wachtelhaltung ist stark verbreitet in Italien und Frankreich, in Frankreich fast ausschließlich, um Wachtelschlachtkörper als Delikatesse zu vermarkten. Gezüchtet wurde die Wachtel in Japan und China. In Gehegen, Ställen mit Auslauf und Kleinvolieren sind Wachteln nahezu problemfrei zu halten.

 

 

Pfauen

Pfauen stellen die größte Form der Hühnervögel dar. Sie sind ausgesprochene Ziervögel. Der Hahn kann eine Federschleppe zum Rad aufschlagen. Beide Geschlechter tragen am Kopf eine Federkrone. Es können vier Zuchtformen unterschieden werden:

 

• Blauer Pfau - die Heimat ist Ceylon

• Schwarzflügel-Pfau - Mutation aus England

• Gescheckter Pfau

• Weißer Pfau

 

 

Tauben

Tauben genießen in der Kulturgeschichte des Menschen von jeher hohes Ansehen. Sie sind außerordentlich gesellige Tiere, schön und attraktiv. Abstammend von der Felsentaube, bieten heute etwa 300 anerkannte Taubenrassen dem Züchter ein reiches Betätigungsfeld. Diese Differenzierung in verschiedene Rassen und Schläge begann vor mindestens 4000 Jahren. Kaum ein anderes Tier hat eine solche Rassevielfältigkeit entwickelt wie die Tauben. Farbe und Beschaffenheit des Gefieders sowie unterschiedliche Merkmale des Körperbaus, des Verhaltens und des sonstigen Erscheinungsbildes sind Unterscheidungskriterien der einzelnen Rassen.

 

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